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mayo 15, 2024 Books / Books / Books in all languages / Deutsch

Willkommen. Auf Deutsch veröffentlichte Bücher.

2017 – Die San-Francisco-Vorträge. Unrast Verlag, Münster

“Wir sind die Krise des Kapitals …« basiert auf drei kürzlich gehaltenen Vorlesungen John Holloways am California Institute of Integral Studies in San Francisco. Die Vorlesungen befassen sich mit den heutigen Möglichkeiten einer antikapitalistischen Revolution nach der historischen Niederlage der Idee, der Schlüssel zum radikalen Wandel sei die Eroberung der Staatsmacht und stellen eine brillante und mitreißende Einführung in die zentralen Themen in Holloways Werk dar.Das Leitmotiv der Vorlesungen die Idee, dass »wir die Krise des Kapitals und stolz darauf sind« läuft der Meinung vieler linker Denker*innen entgegen, wonach die Kapitalist*innen die Schuld an der Krise tragen oder die Krise schlichtweg ein Ausdruck des Systemversagens sei. Der einzige Weg, die Krise als mögliche Schwelle zu einer besseren Welt zu betrachten, besteht darin, das Scheitern des Kapitalismus als Ergebnis unserer kreativen Antriebskraft zu betrachten. Dies stellt eine theoretische Herausforderung dar. Die erste Vorlesung befasst sich also mit der Frage, wer wir im Sinne einer wirkmächtigen antikapitalistischen Kraft eigentlich sind, die zweite mit dem Verständnis von Kapital als System der gesellschaftlichen Kohäsion, welches unsere Kreativität systematisch hemmt, und die dritte mit der These, dass wir die Krise dieses Kohäsionssystems sind”

2010 – Westfälisches Dampfboot.

Wie erschaffen wir eine andere Welt? Indem wir den Kapitalismus aufbrechen: Risse erzeugen, Augenblicke und Räume des Widerstands, in denen wir das Recht auf eine andere Art zu handeln, geltend machen. Das ist, was wir jetzt schon tun – jeden Tag – überall.

John Holloways viel beachtetes Buch Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen entfachte eine weltweite Debatte über die wirkungsvollsten Methoden den Kapitalismus zu überwinden. Jetzt führt Holloway die Debatte mit dem Argument fort, die Hoffnung liege darin, dass der Kapitalismus bereits schwer angeschlagen und die Logik des gesellschaftlichen Zusammenhalts voller Risse sei.

Können aber die Risse den Zusammenbruch des Systems herbeiführen? Holloway sieht die Wirkmächtigkeit dieser Sprünge in ihrer allgemeinen Triebkraft gegen kapitalistische Lohnarbeit und für andere Tätigkeiten. Die Frage nach der Revolution ist nicht, wie der Kapitalismus endgültig zerstört werden kann, sondern, wie sich verhindern lässt, dass er immer wieder neu erschaffen wird, und wie an seine Stelle etwas vernünftiges Neues gesetzt werden kann.

2007 – Nautilus

»Das Bemerkenswerteste an Thompsons Text ist wohl, dass er eine solche Freude beim Lesen bereitet. Der Sinn für Humor, der außerordentliche Wissensreichtum und die Liebe zur Geschichte springen uns in jedem Absatz entgegen.« John Holloway

»Zeit ist Geld«, sagt man, und: »Die Zeit rast« – doch seit wann und warum nehmen wir sie so wahr, als Druck, als Drohung? So anschaulich wie anekdotenreich zeichnet Thompson den Wandel der Zeit vom Beginn der Industrialisierung bis zum noch heute bestehenden Kampf um jede freie Minute nach. Holloway aktualisiert in seiner Einführung die Thesen und zeigt mögliche Perspektiven auf.

Vor gut 200 Jahren wurde im Zuge der Industriellen Revolution in England die Zeit zur Uhr-Zeit. Gelebte, an der Natur gemessene Zeit wird zu »mit Arbeit« oder »in Freizeit« verbrachter Zeit, zu »genutzter« oder »verschwendeter« Zeit

1967 stellte E.P. Thompson in seinem Essay dar, dass die veränderte Auffassung der Zeit nicht nur ein Symptom des sich durchsetzenden Kapitalismus ist, sondern ein Schlüsselelement zum Verständnis der modernen Gesellschaft. Von der Organisation und Teilung der Arbeit bis zur durchgeplanten Freizeitgestaltung, alle Strukturen sind von Zeitmessern durchgetaktet.

Für die Neuauflage dieses Klassikers (erstveröffentlicht unter dem Titel Zeit, Arbeitsdisziplin und Industriekapitalismus) schrieb John Holloway jetzt ein Vorwort. In dessen Zentrum steht die Frage, ob die Entwicklung des Zeitbewusstseins nicht auch umkehrbar ist. Kann man zu einer natürlichen, gelebten, ungeteilten Zeit zurückfinden? Diese Frage wurde von Thompson angedeutet und Holloway gibt eine überraschend eindeutige Antwort: Ja!

2006 – Verlag Turia + Kant

Der zapatistische Aufstand in Chiapas ist seit über zehn Jahren eine Inspirationsquelle für die Intellektuellen der westlichen Welt. Angeregt durch die neuen Politikformen der sozialen Bewegung im Süden Mexikos, hat der in Puebla / Mexiko lehrende Soziologe John Holloway ein neues Verständnis von Begriffen wie Macht und Würde in politischen Prozessen entwickelt. Seine Thesen wurden – über das akademische Feld der Sozialwissenschaft hinaus – auch und vor allem in den Reihen der globalisierungskritischen Bewegung breit rezipiert. Dieses Buch versammelt wichtige Artikel und Aufsätze der letzten zehn Jahre und stellt nun auch in deutscher Übersetzung die Ideen des Zapatismus vor.

2002 – Westfälisches Dampfboot

“Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen” bedeutet das, was es sagt, nämlich dass wir die Welt verändern müssen, das ist klar. Und dass wir es auf eine Art und Weise machen müssen, die den Kampf um die Weltveränderung nicht als einen um den Staat und die Macht konzentrierten Kampf denkt. Es ist wichtig, unsere eigenen Strukturen zu entwickeln, unseren eigenen Weg, die Dinge zu tun. Ein zentraler Aspekt des Arguments ist, dass es wichtig ist, zwischen zwei Konzepten der Macht zu unterscheiden. Dass der Begriff der Macht einen Antagonismus beinhaltet, zwischen unserer Macht, Dinge zu tun und unserer kreativen Macht auf der einen Seite, und der Befehlsmacht, der instrumentellen Macht des Kapitals, auf der anderen Seite. Mit anderen Worten ist die naheliegendste Antwort auf die Frage, was Macht ist, dass Macht unsere Fähigkeit, Dinge zu tun, bedeutet. Diese Macht ist immer eine soziale Macht, einfach weil das Tun einer Person immer vom Tun von anderen abhängt. Es ist völlig klar, dass unser Tun hier im Moment vom Tun von Hunderten oder Tausenden von Menschen abhängt, die die Technologie geschaffen haben, mit der wir arbeiten, die die Begriffe geschaffen haben, die wir verwenden etc. Unsere Macht zu tun ist immer eine soziale Macht, immer eine kollektive Macht, unser Tun ist immer Teil eines sozialen Flusses des Tuns. Im Kapitalismus wird dieser Fluss gebrochen, weil der Kapitalist sich das Tun von anderen aneignet. Und da das Tun einer Person die Voraussetzung des Tuns einer anderen ist, wird die Aneignung des Tuns durch das Kapital zur Voraussetzung der Fähigkeit, über das Tun von anderen zu bestimmen. Dadurch wird die soziale Macht zu handeln durchbrochen, in ihr Gegenteil verkehrt, in die Macht des Kapitalisten, über das Tun von anderen zu bestimmen.